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Jastrzembski Kotulla Architekten gewinnen den Wettbewerb „Wiederaufbau des Schlosses Hannover-Herrenhausen“

Von Mitte Januar bis Mitte März 2010 hatte die TAUBERT und RUHE GmbH Gelegenheit, die Architekten Jastrzembski Kotulla und Kramer bei den Arbeiten am Wettbewerb „Wiederaufbau des Schlosses Hannover-Herrenhausen“ akustisch zu beraten. Diese Beratung umfasste den baulichen Schallschutz, die Raumakustik für den Hörsaal im Untergeschoss und den Festsaal im 1. Obergeschoss sowie die elektroakustische Beschallung. Im Erläuterungstext hieß es auszugsweise wie folgt:

Die wesentlichen raumakustischen Wirkungen im Hörsaal werden durch gelochte und ungelochte Gipskartonplatten an der Decke erzielt. Weiterhin erhält die gebogene Rückwand eine schallabsorbierende Bekleidung zur Echovermeidung. Die parallelen Seitenwände bündeln den Schall zur Saalmitte. Das Polstergestühl bewirkt im unbesetzten oder teilbesetzten Zustand eine ähnliche Schallabsorption wie das Publikum. Damit ist die Raumakustik von der Besetzung weitgehend unabhängig.

Bei dieser Ausstattung wird eine Nachhallzeit an der Untergrenze des Toleranzbereiches nach DIN 18041 erreicht. Damit wird ein sehr guter Sprachübertragungsindex STI erreicht und eine problemlose Nutzung der Lautsprecher-Beschallung ermöglicht. Hörgeschädigte Teilnehmer erhalten das Sprachsignal über die Dolmetscheranlage.

Bei dieser für Sprachdarbietungen als Haupt-Aufgabe optimierten raumakustischen Situation scheidet eine Nutzung des Hörsaales als Kammermusiksaal aus. Dafür sollte (auch wegen des anderen Ambientes) der Festsaal genutzt werden.

Das Raumvolumen des Festsaales ist in der durch eine Mobilwand abgetrennten 2/3-Größe so bemessen, dass mit über 8 m³/Platz für kammermusikalische Darbietungen ein optimiertes spezifisches Volumen bei optimierten Proportionen in Anlehnung an den goldenen Schnitt zur Verfügung steht. Einschließlich Besetzung mit Publikum errechnet sich eine Nachhallzeit an der Untergrenze des Toleranzfeldes für Musik-Darbietungen und an der Obergrenze des Toleranzfeldes für Sprache. Mit der (variablen) Schall­absorptions-Fläche an der Rückwand verkürzt sich die Nachhallzeit noch einmal etwas. Die wesentliche Aufgabe dieser Wandbekleidung besteht aber darin, bei Sprachdarbietungen ein lang verzögertes Rückwandecho zu vermeiden.


Am 31. März 2010 gab das Preisgericht bekannt, dass „unsere“ Architekten den 1. Preis gewonnen haben. Am 16. April wurde im historischen Museum Hannover die Ausstellung der Arbeiten der beteiligten Architekturbüros eröffnet.


Wir gratulieren Frau Jastrzembski sowie den Herren Kotulla und Kramer sehr herzlich zu diesem 1. Preis und hoffen jetzt gemeinsam mit ihnen, dass dieser Entwurf auch verwirklicht wird.